Bautzen – St. Marienstern

019Während es in der Heimat unwetterartig regnete, erwischte uns einer der heißesten Tage auf der Strecke. Morgens frisch gestärkt nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück verließen wir Bautzen auf dem – wie stets – gut beschilderten Weg abwärts zur Spree und dann ging es stetig bergauf Richtung Milleniumsdenkmal.

„Nach dem gestrigen Regen ist es Morgens sehr klar und angenehm zu gehen. Aber bald verändert sich das Wetter. Hohe Luftfeuchtigkeit und Schwüle sind die Folge. Lange Allen, sehr lange Allen und einsame Straßen erwarten uns. Dazu viele Teerstraßen. Plötzlich fehlt unser Wegzeichen, die Jakobsmuchel. Wir haben uns verlaufen. Aber unsere Kreativabteilung der Gruppe findet sich bald wieder zurecht.“

15Das Milleniumsdenkmal wurde im Jahre 2000 errichtete und stellt die griechischen Brüder Cyrill und Methodius dar, die vor der ersten Jahrtausendwende im Großmährischen Reich missonierten und deren Tätigkeit auch auf die Lausitz Auswirkungen hatte. Der Platz erhebt sich über eine weitläufige Landschaft und läd prächtig zum „Innehalten“ – innerlich, wie äußerlich- ein. Vorbei an vielen kleinen Ortschaften, die sehr reizvoll die sorbische Kultur präsentierten, erreichten wir gegen späteren Nachmittag das Kloster St. Marienstern. Die letzten Feldkilometer auf dieser Tagesetappe waren jedoch aufgrund der Hitze mehr als anstrengend.

„Im Wald zwei Ameisenbeauftragte die uns Ihre Arbeit erklären : Jeweils 10 Ameisen pro Haufen werden getrocknet und an eine Landesanstalt geschickt. Von dort nach Brüssel gemeldet.“

020Das Kloster erreichten wir dann auf einen kleinen Waldweg. Zur Ankunftszeit läuteten die Glocken, was einen unvergesslichen Eindruck hinterließ: die liebliche, ruhige Waldstrecke mit dem auffällig rot –weiss leuchtenden Klostergebäude im Blickfeld und dazu das Glockenspiel: völlig ungestört ohne den üblichen Straßenlärm. Das mag wohl der prägenste Eindruck gewesen sein: der gefühlte Frieden dieses Ortes.

021„Endlich kommen wir zum Kloster. Es erwarten uns saubere Gästezimmer,die restlichen Pilger haben ein einfaches Matratzenlage. Alle treffen sich Abends in der Klosterschänke. Gerhard ruft von Kassel an. Zu Hause nur 16 Grad und hier 28 Grad eben jeder, was er verdient! Im Kloster läuten die Glocken alle 15 Minuten und zur Andacht volles Geläut. Am Abend große Aufregung! Eine Supergrille im Zimmer auf der Gardinenstange. Sie mußte sehr energisch aus dem Zimmer gebeten werden.“

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