Königsbrück – Schönfeld

031„Heute Nacht hat es geregnet und die Luft ist voller Sauerstoff. Unsere Lungen sowie unser Geist genießen die klare Luft nach der Schwüle von gestern.Also ideales Pilgerwetter. Frohen Mutes geht es los, aber bald drückt der Rucksack mit seinen ca.10 Kilo doch ganz schön. Auf der Tagestour treffen wir mehrmals 2 *Pilgerschwestern*. Die Natur und Landschaft lassen keinen Wunsch offen.“

032Vor uns lag jedoch eine der schönsten Etappen des Gesamtverlaufes. Als Tagesziel hatten wir Schönfeld angepeilt. Kilometerweit liefen wir auf alten Waldwegen, die extra für die Strecke rekonstruiert wurden. Völlig herausgelöst aus dem normalen Alltagstreiben und ohne jegliche Ablenkung deckte sich die äußere Ruhe plötzlich mit einer inneren Gelassenheit, die nach einigen Tagen wanderen nicht ausbleibt – wäre da nur nicht die Blasen an den Füßen gewesen und das schwere Gepäck.

027028

029„Helga wird von einer Biene gestochen und Manfred wird immer mehr zum Feld- und Wundarzt. Plaster und Sprühmittel machen die Runde. Ein leichter Rückschlag: in unseren Refugium sind nur 4 Matratzen für 7 Leute frei. Da die Unterkunftssuche im Ort nicht glücklich gelaufen ist, trennen sich schweren Herzens Andrea, Marco und Manfred von uns. Sie beschließen einen Tag früher nach Kassel oder Dortmund zu fahren. Gunther findet 5,00 Euro auf der Straße. Dieser Fingerzeig wird murmelnd zur Kenntnis genommen.“

030Hätten wir doch nur mehr Vertrauen in die Unterkunftssuche gehabt – ein schöner Abschiedsabend wäre die Belohnung gewesen. So fuhrt Punkt sechs Uhr abends ein Bus mit drei Pilgern zum nächsten Bahnhof und ließ vier Pilger in schneller Verabschiedung auf der Strecke zurück. Kein schönes Gefühl!

Weiter zum nächsten Tag